Gefährliche Bettlektüre, Kunst als flammender Protest und viel Bewegung

Liebe Freund:innen,

beginnen wir mit der Ausstellung Liebe geht durch den Magen von Fatma Souad, die ist nämlich schon seit ein paar Tagen auf der Südblock-Terrasse zu sehen. (Der Titel erklärt sich beim Betrachten der zahlreichen Objekte von selbst.) Diese Kunstwerke lösen nachhaltige Irritationen aus, ja, uns machten sie tief betroffen – wir verstehen das Projekt als (s.o.) flammenden Protest gegen anderthalb Jahre Pandemie und das, was sie aus der Künstlerin (aus uns allen) gemacht haben. Möglicherweise waren beim (sicherlich sehr quälenden) Schaffungsprozess auch Drogen im Spiel – also nicht unbedingt bewusstseinserweiternde, aber vielleicht Bewusstseins verändernde), wir wissen es nicht. Nach eigenen Aussagen will die Künstlerin „zum Dialog auffordern, insbesondere, wenn Euch gerade der Gesprächsstoff ausgeht – Ihr wisst also, was Euch erwartet. Zu einer weiteren, ganz anders gearteten Ausstellung kommen wir gleich…

Poster zur #unteilbar DemoPoster zur Mietendemo - Illustration Miriam Bauer…wollen Euch aber zunächst mal zu kleinen Stadtbummeln animieren und da gibts im September einige gute Gelegenheiten: Zunächst natürlich die große #unteilbar-Demo. Für eine solidarische und gerechte Gesellschaft gehen wir am Samstag (4.9.) auf die Straße. Eine Woche später am 11. September lädt das Bündnis gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn unter dem Motto WOHNEN FÜR ALLE! zum gemeinsamen Spaziergang und auch in der zweiten Monatshälfte gibt es genug Gründe für viel Bewegung. Infos zu den Demos findet Ihr auf deren Webseiten unteilbar.org und mietendemo.org.

Collage mit Laufschrift mit dem Titel der Ausstellung in mehreren SprachenDie zweite Ausstellung in diesem Monat ist ab dem 9.9. (leicht zu merken) in den Schaufenstern vom aquarium zu besichtigen: CITY OF GOSSIPS – haven’t you heard? Das fem_arc collective will das Wort „Gossip“ mit dieser Ausstellung aus einer feministischen Perspektive reflektieren und dessen kreatives Potential sichtbar machen. Scheinbar alltägliche Situationen können zu machtvollen Geschichten über das städtische und häusliche Leben, über Gewalt und Unterdrückung, über Sexualität und carework werden. Zu sehen bis zum 29.September.

Poster Vertragsarbeit, Rassismus, soziale KämpfeWir freuen uns, am 15.9. im aquarium David Macou zum Gespräch mit der Autorin, Soziologin und Literaturwissenschaftlerin Katharina Warda begrüßen zu dürfen. Der ehemalige Vertragsarbeiter aus Mosambik war Zeitzeuge des Pogroms von Hoyerswerda 1991. Seit seiner Rückkehr nach Mosambik kämpft er zusammen mit weiteren Vertragsarbeiter:innen als „Madgermans“ für die Auszahlung einbehaltener Löhne. Die Veranstaltung findet ab 19 Uhr online statt. 

So, es hilft ja alles nichts, wir müssen uns jetzt zumindest kurz mit einem, sagen wir mal komplizierten Event am Monatsende beschäftigen. Die Rede ist natürlich vom 26. September. Der lässt viele nachts nicht mehr schlafen und die Lektüre der Wahlprogramme kann richtig gefährlich werden. Das der FDP (nur mal so als Beispiel) kann zu furchtbaren Alpträumen führen und am Ende wacht man überhaupt nicht mehr auf. Und auch wenn aktuelle Umfragen in Berlin eine knappe Mehrheit für den Volksentscheid DW & Co enteignen prognostizieren, bleibt der Tag für sensible Menschen (und irgendwie sind wir das doch alle, nicht wahr?) gaaanz schwierig. Wir sagen es Euch an dieser Stelle schon seit Jahren: Bleibt an diesem Tag nicht alleine – na klar, am besten wir sehen uns!

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